Die Wanderaskese W3. Eingangsseite
W3. Gruesse von Harald

Vom 15. August des Jahres 2000 bis zum Februar des Jahres 2005 befand ich mich auf eine Wanderaskese. Ich folge damit einer Vision, die sehr lange Zeit in mir gekeimte war.

Mein inneres Bild des wandernden buddhistischen Bettelmönchs war  einer der Stammzellen dieses Traumes.

Nun, ich hatte und habe viel Empathie für den buddhistischen Weg, der solch einleuchtende Vorbilder lebte und lebt, aber außer einer 25 Jahre zurückliegenden kurzen Zeit mit Pady und Peter in Brighton, bei denen ich auch für einen Augenblick dem Bhuddha Maitreja gegenüber sitzen durfte, hatte ich eigentlich kaum noch Berührung  mit Menschen, die einen buddhistischen Weg gingen. Wiewohl ich zahlreiche Texte las, die mich tief beeindruckten.

Ich fühlte, das ich in einer anderen Religionskultur aufgewachsen war und lebte. Fühlte aber, als lange Jahre der Evangelischen Kirche zugehörig, immer  auch, daß mir da etwas fehlte.

Das Fehlende weiß ich heute besser zu benennen. Es ist der mystische Weg, die Weltüberwindung, die Distanz zur Welt, die Andersweltlichkeit. Das da ein gelebtes höheres Sein jenseits von Vernuft und Rationalität und Menschendenken ist das Dich ruft.
Kirche wie ich sie aktiv erlebte war geradezu abscheckend beeindruckend in ihrer Intellektualität und in ihrer Sozietät, jawohl.

Als meine Besonderheit will ich hier erwähnen, das ich mich schon immer als etwas anders und als wenig geeignet, als wenig fit für die gesellschaftlichen Anforderungen empfand.  Das ich immer schon einen Ruf zum Meditieren befolgte, der sich  in den späteren Jahren zu langen Sitzungen in Zazen formierte. 

Im Alter von etwa 45 Jahren ergriff mich dann die Middlifekrise. In deren Verlauf ich den Beruf hinschmiß und an etwas anderem Kämpfte, das dann auch in die Brüche ging. Jedoch, diese Kriesenzeit setzte in mir die positive Energie frei für den so lange Jahre visionierten Weg.

Ein Weg des konsequenten Verzichts auf eigenen Besitz und zivilisatorische Bequemlichkeit und Sicherheit, allein im Vertrauen eines größeren Geistes und seiner Liebe.

Abseits der großen Verkehrsadern, entlang europäischer Pilger- und Fernwanderwege gen Süden, Umrundung des Mittelmeers und weiter nach Indien. So schrieb ich es wortwörtlich vor fünf Jahren.

Heute stehe ich in seiner Essenz noch immer dazu, wiewohl ich mich seit einem Jahr wieder in einer Phase der Sesshaftigkeit befinde in der ich nun über meine Erfahrungen der letzten Jahre reflektiere,  und diesen besonderen Glaubensweg nun beschreibe, der mich soweit bis nach Santiago de Compostella und nach Jerusalem führte. 

Dies ist auch als ein genuiner Beitrag für die Antizipation und Emanzipation alternativer spiritueller Glaubenserfahrung und Gemeinschaft zu verstehen.

Epiphanius
 14. Februar des Jahres 2006. Online
Inhaltsvz.